AdBlocker – ja oder nein?

AdBlocker

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Viele Online-Anbieter werden bei dieser Nachricht wahrscheinlich einen kleinen Luftsprung machen: Die Werbeeinnahmen im Online-Bereich haben im vergangenen Jahr die Rekordmarke von einer Milliarde Euro geknackt, auch wenn die Print-Medien nach wie vor führend in diesem Bereich sind.

Das Prinzip der Online-Werbung scheint auf den ersten Blick recht einfach: Websites werden mit Werbung verschiedenster Unternehmen versehen, sodass sich die dahinter stehenden Online-Anbieter über die Werbeeinnahmen finanzieren können. Und die werbetreibenden Organisationen freuen sich über eine hohe Sichtbarkeit und Reichweite ihrer Anzeige im Internet.

Soweit, so gut. Wären da nicht die Nutzer im World Wide Web, die sich durch die Werbung genervt, teilweise gar belästigt fühlen. Sie fühlen sich gestresst, wenn bei jedem auf einer Website getätigten Klick auf einmal ein neues Pop-Up-Fenster aufblinkt, in dem die neusten Produkte angepriesen werden. Diese User finden schnelle und zugleich kostenlose Abhilfe, indem sie ein Addon für ihren Browser installieren, der die Anzeige von Werbung verhindert. Somit wird in etwa 10 bis 20 Prozent der gesamten Werbeanzeigen im Internet eingeschränkt, was sich je nach Technikaffinität der Nutzer unterscheidet.

Diese Addons, sogenannte AdBlocker, stehen momentan in der Diskussion und erlangen eine hohe mediale Aufmerksamkeit seit eine Gruppierung großer Online-Nachrichtenanbieter dazu aufgerufen hat, auf die Nutzung der AdBlocker zu verzichten. Ihr Argument ist, dass vor allem qualitativ hochwertige journalistische Inhalte hier kostenlos zur Verfügung gestellt würden, die jedoch über die Werbeeinnahmen wiederum finanziert werden müssten. Auch würde laut ihnen auf Online-Werbeformate verzichtet, wie beispielsweise Pop-Ups oder Autoplays.

Die Reaktionen bezüglich dieses Appells waren zumindest in den Social Media gemischt: Hier existierten die Befürworter der AdBlocker-Kampagne, die Gegner sowie diejenigen, die einen Kompromiss auf Grund neuer Bezahlmodelle der Online-Inhalte schließen möchten. Interessant ist an dieser Stelle zusätzlich, dass sich die Downloadzahlen des Addons im Laufe der Diskussion vervielfacht haben und auch die Spenden für den Anbieter Adblock Plus in die Höhe geschossen sind.

Trotz kontroverser Diskussionen können vielleicht die Nutzer an der einen oder anderen Stelle die Notwendigkeit ihres AdBlockers und auch die werbetreibende Industrie die Anzahl der erstellten Werbeanzeigen einmal hinterfragen. Gegebenenfalls lässt sich ein Kompromiss schließen, sodass verschiedenste Dienste im Internet weiterhin kostenlos für alle User zur Verfügung stehen. Zunächst können beispielsweise Ausnahmen des AdBlockers hinzugefügt werden, denn nach einheitlichen Standards wird noch gesucht.

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