Aus der Sicht des Anderen!

PerspektivwechselUnternehmen müssen auf die Ansprüche verschiedener Gruppen reagieren. Diese so genannten Anspruchsgruppen können die Organisation des Unternehmens beeinflussen und somit sowohl direkten als auch indirekten Schaden anrichten. Aber auch das Unternehmen hat Einfluss auf die Anspruchsgruppen und deren Handlungen, sodass eine wechselseitige Beziehung entsteht, in der beide Seiten legitime Ansprüche stellen können.
Die Entscheider eines Unternehmen sind gut beraten, wenn sie sich in die Perspektive dieser Anspruchsgruppen hineinversetzen, um deren Handeln oder auch Kritik gedanklich vorwegzunehmen und die eigenen Handlungen gegebenenfalls darauf auszurichten. Der Interaktion mit den Zielgruppen sollten also Antizipation und Reflexion vorausgehen.

Das ist ein entscheidender Punkt, der uns von anderen Lebewesen abhebt. Hunde zum Beispiel können sich in einer Interaktion nicht situationsspezifisch überlegen, wie sie auf ein Zähnefletschen des anderen reagieren sollen. Bei ihnen ist es durch ein Reiz-Reaktionsschema vorgegeben, dass sie auf eine solche Geste automatisch mit einem Knurren reagieren lässt.

Doch wieso können wir Menschen das?

Durch Sprache! Der bedeutende Pragmatiker George Herbert Mead hat festgestellt, dass wir durch unsere Sprache so genannte signifikante Symbole gegeben haben. Das sind sozusagen Reize, die für beide Interaktionspartner die gleiche Bedeutung haben und somit anschließend die gleiche Reaktion auslösen. Das ermöglicht uns den Perspektivwechsel, das „taking the role of the other“.

Manchmal hat man als Unternehmen bestimmt das Gefühl, dass die Unternehmensumwelt ganz anders tickt, als man selber. Doch im Grunde genommen sind wir alle durch unsere Sprache auf einer gemeinsamen Basis – also gar nicht so verschieden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.