Crowdsourcing – User entwickeln Produkte!

CrowdsourcingViele Jugendliche können sich ein Leben ohne Facebook gar nicht mehr vorstellen. Jeden Tag surfen sie hier, chatten mit Freunden und vereinbaren Treffen mit ihnen. Doch nicht nur sie sind auf den Hype um das soziale Netzwerk aufgesprungen, auch viele andere Menschen sind der Plattform verfallen – selbst Neugeborene besitzen schon vor ihrer Geburt eine Page, bei der nur noch das entsprechende Geburtsdatum eingetragen werden muss.

Nicht nur privat sind wir auf Facebook unterwegs: Im beruflichen Umfeld wird es wichtiger sich auf den Plattformen der Social Media herumzutreiben. Laut einer Umfrage von BITKOM sind es Führungskräfte, die zu drei Vierteln beruflich mindestens einmal pro Woche auf Facebook surfen. Ihre Mitarbeiter sind mit knapp 50 Prozent da noch etwas vorsichtiger.

Facebook nützt den Unternehmen vor allem in Marketing, Produktentwicklung und Kundenservice eine Menge. Im Bereich Marketing ist ein klarer Vorteil, dass man seine einzelnen Kundensegmente durch differenzierte Auswahlmöglichkeiten bei der Anzeigenschaltung individuell ansprechen kann. Im Kundenservice lassen sich die Bedürfnisse und Probleme mit nur einem Post direkt behandeln, ohne dass die Konsumenten stundenlang verärgert in einer Telefonschleife hängen müssen.

Ein weiterer entscheidender Vorteil für Unternehmen auf Facebook liegt im Crowdsourcing:

Nähe zum Unternehmen hergestellt werden, da Konsumenten sich aktiv am Geschehen beteiligen können. Eine starke Kundenbindung entsteht, die Firma wird wahrscheinlich sogar weiter empfohlen.

Rügenwalder Mühle hat beispielsweise über Facebook ihre neue Wurstsorte „Genuss des Jahres“ abstimmen lassen. Die neue Kreation „Tomate-Rucola“ kam in den Handel. Nicht nur der Rügenwalder Wursthersteller setzt auf die Ideen seiner Konsumenten, auch zum Beispiel die Kunden von McDonalds und Ritter Sport können über Facebook ihre Ideen in die Produktentwicklung einbringen. Ein Bonus für die Ideengeber ist es, die verschiedensten Kreationen später im Handel zu sehen, und „sein“ Produkt in der Hand zu halten.

Auf diese Art des Wissensaustausches bzw. der Ideengenerierung setzten die Entwickler bei der Herstellung der letzten Xbox. Eine neue Sprachdatenbank sollte für das neuste Modell der Spielkonsole entwickelt werden, die den Kampf mit Apples Siri aufnehmen konnte. Mit Hilfe des Know-Hows der Nutzer sind sie dieser Herausforderung nun gerecht geworden, sodass man die Konsole mit seiner Stimme steuern kann.

Doch nicht nur im Bereich von Produkten und Dienstleistungen ist Crowdsourcing eine gute Möglichkeit, um Nutzer aktiv in das Unternehmensgeschehen einzubinden. Ein gutes Beispiel für eine ganz andere Art der Nutzung von Facebook für unternehmerische Zwecke stellt die Polizei Hannover dar: Sie nutzen die Social Media Plattform, um mit Hilfe der User nach Personen zu fahnden oder auch Vermisstenmeldungen zu verbreiten. Indem die User verschiedenste Posts der Polizei Hannover teilen, können sie oftmals sehr schnell einen Ermittlungserfolg verbuchen. Eine etwas andere Art des Crowdsourcings: Es werden zwar keine Ideen für Produkte generiert, doch Zeugenaussagen und wichtige Hinweise gehen so in die Polizeidienststelle ein.

Weitere Beispiele für erfolgreiches Crowdsourcing finden Sie hier.

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