Der kleine Knigge für’s Smartphone

Smartphone KniggeDie innovative Technik hat mittlerweile dem Smartphone sehr viele Funktionen zuschreiben können. Nicht nur telefonieren und SMS tippen sind mit Blackberry und Co. möglich, nein, weitere Funktionen sind E-Mails lesen, Videos im Internet anschauen und fotografieren. Doch viele Menschen legen ihr heiß geliebtes Smartphone gar nicht mehr aus der Hand und nutzen jede Gelegenheit, um es zu verwenden.

Im Umgang mit den neuen Techniken bzw. Medien wird allerdings heutzutage ein gewisses Benehmen vorausgesetzt. Diese Höflichkeit überprüft man immer mit der Frage: „Störe ich mit meinem Verhalten in Bezug auf mein Smartphone gerade eine andere Person?“. Nicht in jeder Situation ist die Nutzung des Smartphones laut Knigge und Co. angemessen.

Finden Sie beispielsweise, dass man ein Essen im Sternerestaurant mit dem Mobiltelefon fotografieren sollte? Ein anderes Szenario: Man steht an der Ladentheke hört mit dem Handy Musik – der Kopfhörer ist dabei immer auf den Ohren: Dürfte man das denn laut Knigge-Experten?

Wenn die Bäckerin dieses nicht als sehr unhöflich auffasst, ist dieses Verhalten im Grunde genommen völlig in Ordnung. Der Kunde ist schließlich König und erwartet in dem Moment nichts anderes als eine Dienstleistung seines Gegenübers. Außerdem möchten beide Handlungspartner nicht unbedingt ein langes, tiefgründiges Gespräch anfangen. Genauso funktioniert es zum Beispiel auch, wenn der Schaffner im Zug die Tickets kontrollieren möchte.

Stören Sie auch Menschen, die im Zugabteil lautstark mit dem Smartphone telefonieren? Die Stimme wird immer lauter, je weniger Empfang gerade vorhanden ist. Wenn es möglich ist, verlassen Sie das Abteil. Sagen Sie Ihrem Gesprächspartner kurz, dass Sie sich ein ruhiges Plätzchen suchen. Dort haben Sie selber ebenfalls mehr Ruhe und können sich besser auf das eigentliche Gespräch konzentrieren. Privatgespräche sollte man auf diesem engen Raum mit unbekannten Menschen vermeiden – die handyfreie Zone soll von der Deutschen Bahn nicht umsonst eingerichtet worden sein.

Was ist mit den Kollegen, die in jedem Meeting, auf Geschäftsreisen oder in der Kantine auf ihrem Smartphone herum tippen? Man kann dann gar nicht mehr vernünftig mit ihnen kommunizieren. Die Person freundlich darauf hinzuweisen, sein Smartphone einmal außer Acht zu lassen, liegt im Ermessen eines jeden Einzelnen. Im Grunde genommen geht man nach Knigge nicht davon aus, dass andere belehrt werden. Man müsse auch einmal verkraften können, wenn sich der Gegenüber nicht ganz nach den Erwartungen bzw. Regeln verhält. Erzählen Sie interessante oder intelligente Dinge, bekommen Sie vielleicht so die gewünschte Aufmerksamkeit.

Wenn wir jetzt schon beim Umgang mit dem Smartphone im geschäftlichen Umfeld sind: Darf man eigentlich Termine via SMS absagen?

An dieser Stelle meinen die Benimm-Experten, dass man im Notfall den Anspruch auf die 160 Zeichen erheben kann. Doch sollte man beispielsweise zwischen einem langjährigen Geschäftspartner und einem neuen Kunden unterscheiden. Letzterem telefonisch über sein Sekretariat abzusagen, wäre wahrscheinlich für das eigene Image und das des Unternehmens sinn- und stilvoller. Wenn man allerdings an seinen Chef vermitteln möchte, dass man zum Beispiel auf Grund eines Verkehrsstaus zu spät im Büro erscheint, sollte  man auf die Tonalität achten, die sonst zwischen beiden Parteien üblich ist.

Wahrscheinlich muss jeder für sich selber entscheiden, inwieweit man in den verschiedensten Situationen auf den Umgang mit seinem Smartphone verzichten könnte – der Knigge setzt bei seinen Leitlinien ja eher auf Selbstkontrolle. Dies fällt uns zugegebenermaßen selbst keinesfalls leicht. Aber manchmal kann der Verzicht nicht nur für Mitmenschen eine Erleichterung sein

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