Enterprise 2.0 – Social Media in der internen Kommunikation

„Enterprise 2.0 is the use of emergent social software platforms within companies, or between companies and their partners or customers“
Andrew P. McAfee
Der Begriff Enterprise 2.0  wurde von dem Harvard-Professor Andrew P. McAfee geprägt. In einer seiner Arbeiten beschreibt er den Einsatz sozialer Medien in der internen Kommunikation, um unter anderem Projekte besser zu koordinieren und Wissen managen zu können. Ziel sei es, dass Mitarbeiter durch die bessere Vernetzung und den dadurch geförderten Wissensaustausch effektiver und effizienter arbeiteten.
Doch Enterprise 2.0 umschreibt nicht nur die eingesetzten Tools,  sondern auch einen Wandel in der Unternehmenskultur. Organisationen, die social tools in ihrer Kommunikation einsetzen, bewegen sich weg von der hierarchischen, zentralen Steuerung und hin zur autonomen Selbststeuerung von Teams.

Doch wie genau wirkt sich der Einsatz von Social Media in der internen Kommunikation auf das Unternehmen aus?

Unter anderem verändert sich die Unternehmenskultur. Diese lässt sich auf traditionellem Weg nur sehr schwer ändern, da sie ein festes Konstrukt an Prämissen ist, die für eine Gruppe wichtig sind und in dieser gelernt werden. Setzt man nun allerdings Twitter-Alternativen, Wikis oder Komplettlösungen in der Unternehmenskommunikation ein, verändert sich die sonst sehr statische Kultur zügig. Zum Einen entsteht ein neuer Sprachgebrauch zwischen den Kollegen – die Wortwahl passt sich relativ schnell den sozialen Medien an.

Der Wissenstransfer ändert sich dahingehend, dass er schneller und direkter wird. Über Wikis können Kollegen sich schnell einmal über verschiedenste Themen austauschen oder Fragen über eine Twitter-Alternative klären. Für viele Unternehmen und ihre Kultur ist wahrscheinlich außerdem entscheidend, dass sich die Verhaltensweisen ihrer Mitarbeiter durch den Einsatz von Social Media ändern kann: alle rücken näher zusammen, die Distanz zwischen Kollegen schwindet. Unter Umständen werden diese geänderten Verhaltensweisen allerdings durch sogenannte Spielregeln beeinflusst, in denen die Führungsebene Richtlinien für die Nutzung der neuen Tools festlegt.

Social Media hat also einen Einfluss auf die Unternehmenskultur. Ob man diesen Einfluss positiv oder negativ bewertet, ist jedem selbst überlassen und kommt auf das Unternehmen an. Man sollte jedoch einige Fragen als Entscheider über den Einsatz solcher Tools für sich selbst beantworten:

–    Wollen wir informeller werden?
–    Wollen wir flachere Hierarchien, die durch die Verwendung von Social Media Tools entstehen könnten?
–    Kann Social Media die Arbeit innerhalb unseres Unternehmens wirklich erleichtern?
–    Passt es zur Altersstruktur unserer Mitarbeiter?
–    Wie groß ist die Reichweite, wenn der Großteil meiner Mitarbeiter keinen PC Arbeitsplatz hat?

Da sich die Unternehmenskultur jedoch nur langsam verändert  und verändern lässt, wird beispielsweise durch eine neue Mitarbeitergeneration Social Media erst richtig fest integriert. Neue Mitarbeiter lernen von anderen  und übernehmen die Kultur.
Ob Vorteil oder Nachteil ist strittig – doch die Kommunikation, die schon außerhalb der Organisation in den Social Media über das Unternehmen herrscht, wird in das Unternehmen selbst geholt.

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