Facebook: Neid statt netzwerken?

Wer kennt das nicht? Man möchte nur einmal kurz seine Nachrichten auf Facebook abrufen und schon bleibt man im Newsstream der Startseite hängen. Trotz stagnierender durchschnittlicher Freundesanzahl pro Nutzer, ist der Newsfeed nach wie vor mit Unmengen an Informationen gefüllt. Viele Bilder, Beiträge und Postings seiner Freunde sowie geteilte Inhalte werden hier angezeigt, die man mit großem Interesse durchsieht.

Doch was tut man, wenn ein Facebook-Freund gerade seine Urlaubsbilder hochgeladen hat? Und was passiert mit beziehungsweise in einem, wenn eine andere Freundin ihre Glücksgefühle lauthals in Form eines Posts in dem sozialen Netzwerk verkündet?

Laut einer Studie der TU Darmstadt und der HU Berlin lösen genau solche Beiträge der eigenen Facebook-Freunde Neid und Frustration hervor. 600 aktive Nutzer der Plattform wurden in Deutschland befragt: Ein Drittel dieser Befragten gab an, dass sie sich niedergeschlagen oder desillusioniert gefühlt haben, nachdem sie den Newsfeed durchgeschaut haben. Man fängt an sich zu vergleichen – vor allem, wenn Personen einem ähneln.

Interessant ist ebenfalls die Erkenntnis der Forscher, dass diese Erfahrungen kompensiert werden. Ist ein Nutzer auf seine Facebook-Freunde und ihre Aktivitäten neidisch, so neigt er dazu, sich selber in dem sozialen Netzwerk mehr darzustellen sowie zu inszenieren. Teilweise neigen Personen dazu, die eigenen Erlebnisse in ihren Posts positiver darzustellen oder einige Fotos vor dem Hochladen noch aufzuhübschen – man will seine Facebook-Freunde quasi übertrumpfen. Insbesondere diejenigen Nutzer seien von den negativen Gefühlen betroffen, die eher passiv lesen als aktiv zu posten.

Dennoch ist nicht zu verachten, dass bei 44 Prozent der Befragten die Plattform positive Gefühle auslöst und sie gerne in den Social Media unterwegs sind.

Wie ist es bei Ihnen? Surfen Sie frustriert durch das größte soziale Netzwerk oder freuen Sie sich mit Ihren Facebook-Freunden über ihre Erlebnisse?

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