Für die Gunst des Wählers

Bundestagswahl

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Teilweise beherrscht noch immer ein Plakat-Dschungel unsere Straßen. Einzelne Kandidaten sowie Parteien im Allgemeinen wollten sich dem potentiellen Wähler für die Bundestagswahl präsentieren. Natürlich in der Hoffnung, durch ihre ausgetüftelte strategische Kommunikationskampagne möglichst viele Stimmen bei der Wahl zu erhalten.

Diese war ihnen viel wert: Für Wahlkampf, Plakatierung und Co. wurden dieses Jahr bis zu 23 Millionen Euro pro Partei ausgegeben – ein beachtliches Budget, um für Wähler zu werben. Der erzielte Erfolg dieser Wahlwerbung bzw. politischen Kommunikation ist für jede einzelne Partei jedoch erst nach der Wahl spürbar geworden.

Unter welchen Gesichtspunkten wurde denn die Entscheidung getroffen, an welcher Stelle ein Wähler sein Kreuzchen setzt? Die einzelnen Parteiprogramme waren wahrscheinlich nicht ausschlaggebend: Laut einer Studie der Uni Hohenheim sind gerade diese für den Otto-Normalverbraucher nicht leicht zu verstehen.

Das Institut für Kommunikationswissenschaften analysierte eingehend, dass vor allem Fremdwörter und Fachbegriffe sowie lange komplizierte Sätze den Leser abschreckten. Zudem habe die Einfachheit bzw. Anschaulichkeit der Programme einiger Parteien im Vergleich zur letzten Bundestagswahl deutlich abgenommen.

Wie machten Parteien sowie deren Kandidaten mit Hilfe politischer Kommunikation denn darüber hinaus auf sich aufmerksam, um Wähler zu gewinnen?

Nicht nur mit Hilfe von Wahlkampfveranstaltungen, TV-Duellen sowie auf den allseits bekannten Plakaten auf der Straße, sondern auch im Internet warben die Parteien für sich. War diese Art der politischen Kommunikation eher ausschlaggebend für den Ausgang der Wahl? Eine Forsa-Umfrage bestätigt, dass der virtuelle Wahlkampf besonders relevant für den Ausgang der Wahlen am 22. September war.

Klingt einleuchtend: Möchte man das Parteiprogramm einmal näher betrachten, hat man als Laie schnell einmal ins World Wide Web geschaut oder den Wahl-o-Mat nach seiner Einschätzung befragt. Zudem konnte man sich als User schnell an Diskussionen in Blogs und Foren beteiligen, seine eigene Meinung preisgeben und die anderer Nutzer beeinflussen. Hatte man als Partei oder deren Kandidat dann nicht gerade in diesen Kreisen die Möglichkeit, den Dialog zu suchen, um sich verständlich auszudrücken sowie User vom Wahlkampf einzunehmen? Oder konnte der Dialog tatsächlich nur Face-to-Face funktionieren, wie es uns der norwegische Ministerpräsident vorgemacht hat?

Auch haben neben der eigenen Partei-Website die weiteren Social Media Plattformen eine interessante Möglichkeit geboten, in den dialogischen Kontakt vor allem mit den jüngeren Wählern zu treten. Beispielsweise wurde Youtube genutzt, um bei der öffentlichkeitswirksamen Zurschaustellung einzelner Kandidaten behilflich zu sein. Darüber hinaus wurden gar eigene soziale Netzwerke nur für Parteimitglieder errichtet, in denen der Austausch untereinander sowie Mobilisierung für den Wahlkampf stattfindet.

Um nun sicher gehen zu können, welcher Kommunikationskanal letztenendes für die entscheidende Stimme oder Antipathie des Wählers gesorgt hat, kann nunmehr mit Hilfe einer intensiven Evaluation der einzelnen Kommunikationskampagnen der jeweiligen Parteien analysiert werden.

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