Gendermarketing: Was Frauen wollen!

Gendermarketing

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Wer kennt es nicht? Geht man mit einer Person des jeweils anderen Geschlechts einkaufen, sind Reibereien vorprogrammiert. Sie möchte bummeln und nur noch mal kurz in den nächsten Laden schauen, welche Schnäppchen dort ergattert werden können. Und er? Er hat genau im Kopf, nach was er sucht und steuert zielgerichtet die Läden an. Es wird deutlich: Frauen und Männer sind gänzlich unterschiedlich in ihrem Kaufverhalten.

Im Rahmen des Gendermarketings wird sogar schon bei der Produktentwicklung auf diese geschlechtsspezifischen Unterschiede geachtet. Ein Hersteller von Akkubohrern hat aufgrund dessen beispielsweise ein kleineres und leichteres Modell auf den Markt gebracht. In der anschließenden Vermarktung wird auf die daraus resultierenden unterschiedlichen Bedürfnisse von Männern und Frauen gesetzt und vorrangig eines der beiden Geschlechter angesprochen.

Diese Geschlechtsunterschiede betreffen im Marketing vor allem die Kaufabsicht, die Entscheidungs- und Kaufprozesse sowie die Produktgestaltung. Wie heißt es doch so schön? „Men are buyers, Women shoppers“. Frauen sind in diesem Zusammenhang auch prädestiniert für das Nachkaufmarketing – aber das ist ein anderes Thema

Woher weiß man jetzt, was Frauen wollen?

Gendermarketing basiert nicht nur auf soziologischen, sondern auch auf psychologischen Studien. Diese Erkenntnisse werden auch um die Gehirnforschung erweitert, sodass sie umfassend für die Wirtschaft nutzbar gemacht werden können.

Für die geschlechterspezifischen Unterschiede verantwortlich sind – wie immer – die Hormone. Das weibliche Östrogen führt dazu, dass Frauen eher auf Ästhetik ansprechen. Männer denken hingegen aufgrund ihres Testosterons eher funktional. In Bezug auf die soziologischen Erkenntnisse lassen sich Männer eher auf einen Produktkauf ein, wenn dieses ihre Position innerhalb ihrer sozialen Gruppe zu verbessern scheint. Frauen hingegen möchten durch den Erwerb eines Produktes Beziehungen intensivieren, verbessern oder ausdrücken.

Infolgedessen reicht es nicht aus, Produkte für Frauen einfach rosa einzufärben und dann anzupreisen. Gerade diese Arbeit mit Stereotypen bzw. Klischees bewirkt oftmals das Gegenteil. Eine umfassende Zielgruppenanalyse hinsichtlich der individuellen Persönlichkeit kann eher zielführend sein. Kritikern kann so der Wind aus den Segeln genommen werden, die die Reduktion auf Rollenbilder bemängeln – und das schon im Kindesalter. Sind es wirklich die Barbies, Puppen und Co. die ein Mädchen zur Prinzessin werden lassen? Oder ist es vielmehr die Sozialisation und Erziehung der Eltern?

Es sollte auch bedacht werden, dass Gendermarketing sich stets im Wandel befindet. Durch gesellschaftliche Veränderungen, neue Rollenzuweisungen und verändertes Konsumverhalten können neue (Produkt-)Bedürfnisse, beispielsweise Frauen und Technik, innerhalb des Marketings in Erwägung gezogen werden.

Fazit ist also, dass das Potential und der Markt von Gendermarkting in Deutschland noch nicht vollständig ausgeschöpft ist, die Arbeit der Marketingverantwortlichen hier jedoch nicht ausschließlich auf Stereotypendenken basieren sollte.

2 Kommentare zu “Gendermarketing: Was Frauen wollen!

  1. Ein schöner Artikel, der deutlich macht, wie vielseitig Werbung / Marketing heute gedacht werden sollte bzw. was für Chancen neuer Märkte sich dadurch auftun. Letztlich bietet sich eine analytische Denkweise seitens der Werbeagentur an und dürfte in den kommenden Jahren immer erforderlicher werden!

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