Gerücht als Kommunikationsmittel?

Gerüchte als Kommunikationsmittel

Foto: © Marco2811 – Fotolia.com

Stellen Sie sich einmal vor, einer Ihrer Freunde oder Bekannte würde Ihnen von einem Einhorn erzählen, das von zwei Urlaubern in der Schweiz gesehen wurde. Und danach ist es nicht nur Thema im Social Web, sondern auch die klassischen Medien berichten über das Tier. Würden Sie dann die Gerüchte um das gesichtete Fabelwesen hinterfragen?

Interessanterweise sind gerade unbelegte Erzählungen diejenigen Geschichten, die sich rein kommunikativ am schnellsten verbreiten. Der Schneeballeffekt lässt die Reichweite steigen, da jeder Erzähler die Exklusivität seiner Informationen anpreist – der eigene soziale Status soll schließlich stets erhöht werden indem man mit weiteren Personen sein Wissen teilt.

Nicht nur die persönliche Kommunikation sondern ebenfalls die sozialen Medien helfen bei der Verbreitung von Gerüchten weiter.

Unternehmen können dieses Instrument der Kommunikation zwar für ihre eigenen Zwecke nutzen. Doch ist es legitim, als Kommunikator nicht bei der Wahrheit zu bleiben? Ist PR tatsächlich das Differenzmanagement zwischen Fakt und Fiktion durch Kommunikation über Kommunikation in zeitlicher, sachlicher und sozialer Perspektive, wie es Prof. Dr. Klaus Merten darstellt?

Andererseits können diese fiktiven Geschichten einem Unternehmen auch schaden. Eine kommunikative Krise ist schnell ausgelöst, wenn innerhalb der Öffentlichkeit Behauptungen laut werden, die nicht der Wahrheit entsprechen. Die mühsam aufgebaute externe Reputation ist dann schnell zerstört, das gemalte Bild des Unternehmens zerfällt wie ein Puzzle in viele Teile. Aber auch intern kann beispielsweise informelle Kommunikation, besser bekannt als der Flurfunk, einige Unklarheiten innerhalb der Belegschaft zu Tage fördern.

Negative Gerüchte hilft es oftmals nicht zu dementieren, da man sie zur Verneinung lediglich noch einmal aufgreift. Zudem basieren viele der Erzählungen auf fiktiver Argumentation und verblassen ebenso schnell, wie sie auf der Bildfläche erschienen sind. Sie sind schwer greifbar, da man als Kommunikationsverantwortlicher den Ursprung der Behauptungen schwer erfassen kann. Dennoch ist es die individuelle Einschätzung jeder Situation, die zum Erfolg führen kann und auch eine frühe Reaktion hilft, hitzige Diskussionen im Keim zu ersticken.

Welche Erfahrungen durften Sie bereits im Hinblick auf Gerüchte machen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.