Leistungsschutzrecht: Verlage vs. Google

Leistungsschutzrecht Nach langen Diskussionen der Befürworter und Gegner ist es seit Anfang des Monats in Kraft getreten. Das Leistungsschutzrecht bietet Verlagen nun die Möglichkeit Herr über ihre eigens verfassten Texte zu werden, da Ausschnitte dieser – die sogenannten Snippets – nicht mehr ohne entsprechende Zustimmung im Suchmaschinen-Ranking angezeigt werden dürfen.

Stellt man sich das Google-Ranking vor, so würden die angerissenen Inhalte der gefundenen Website nur noch in Form der Überschrift angezeigt werden. Eine Herausforderung für alle Online-Journalisten, da der Fokus der potentiellen Leser nunmehr der Überschrift des Artikels gilt.

Trotz jahrelanger kostenloser Dienstleistung der Suchmaschinen und Dienste wie Google News, hoffen die Verlage auf monetäre Gegenleistung, damit die Snippets veröffentlicht werden dürfen. Doch befinden die Verlagshäuser sich in einer Zwickmühle: Soll ihre Online-Präsenz oder einzelne Artikel der Website im Suchmaschinen-Ranking oder in den Google News angezeigt werden, so können sie das Leistungsschutzrecht nicht in Anspruch nehmen.

Relevant ist hier, dass mehr als zehn Prozent der Besucher der Nachrichten-Websites über die Google-Suche auf diese gelangen. Wird eine Lizenzvereinbarung verlangt, so verschwindet das gesamte Suchergebnis aus dem Ranking. Ein Kreislauf zwischen Leistung und Selbstbestimmung bzw. Anspruch auf eigens verfasste Texte sowie Inhalte. Die jeweiligen Absprachen zwischen Suchmaschinen und Verlagshäusern laufen momentan auf Hochtouren.

Auch im Bereich der PR ist das neu eingeführte Leistungsschutzrecht eine Herausforderung. Für das Monitoring via Google entstehen hierdurch Hürden, die überwunden werden müssen. Ein Beispiel ist hier, dass nicht mehr alle Veröffentlichungen im Ranking angezeigt werden, die als Clipping erfasst werden sollen. Somit müssen mehrere Suchoptionen in das Evaluationsverfahren einbezogen werden, was nicht nur Zeit, sondern auch Geld kostet.

Dennoch befindet sich alles rund um das Leistungsschutzrecht noch in einer rechtlichen Grauzone. Erst wenn Prozesse geführt werden und Gerichte geurteilt haben, wird deutlichere Klarheit beispielsweise über die Länge der erlaubten Snippets herrschen. Klar ist jetzt schon, dass es in den nächsten Wochen und Monaten weiterhin spannend bleibt!

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