Kluge Köpfe braucht das Land

Interessante Nachrichten erreichen uns dieser Tage aus dem Bereich universitärer Bildung und Forschung. Google will in Berlin ein wissenschaftliches Institut aufbauen, das die Zukunft des Internets erforscht. Dabei will das amerikanische Unternehmen mit führenden akademischen Institutionen zusammenarbeiten. Erforscht werden sollen „internet-basierte Innovationen, politische Rahmenbedingungen sowie die damit verbundenen rechtlichen Aspekte“. Ein Schelm, wer sich Arges bei diesem Ansinnen denkt. Wenn abgucken, dann wenigstens richtig. Zum Beispiel von Hasso Plattner, einem der Gründer von SAP.  Mit privatem Vermögen in Höhe von insgesamt 200 Mio.Euro gründete er 1998  das „Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik“  in Potsdam. Eng an die Universität Potsdam angelehnt,  hat der Stifter ein universitäres Exzellenzzentrum geschaffen, das eng mit der Wirtschaft zusammenarbeitet und seine Ausbildung und Forschung an dem tatsächlichen Bedarf in der IT-Branche ausgerichtet hat. Nun haben Studenten der  HPI School of Design Thinking einen neuen mobilen Handydienst, der Nachrichten aus sozialen Netzwerken und E-Mails als personalisiertes Radio für unterwegs hörbar macht, prototypisch entwickelt. und vor wenigen Tagen der Öffentlichkeit vorgestellt. Social Sounds ermöglicht es, auf einer integrierten Plattform – von den Studenten „T-Hub“ genannt – Nachrichten, E-Mails und Statusmeldungen aus verschiedenen Kanälen zusammenzuführen und sich diese von überall aus über eine persönliche Hotline auf dem Handy anzuhören. Durch die persönliche Konfiguration der Plattform können die Inhalte jederzeit individuell angepasst werden, z.B. aus welchen sozialen Netzwerken welche Inhalte abgerufen, welche E-Mails vorgelesen oder von welchen Personen Informationen empfangen werden sollen. Wirklich innovativ dabei ist die Möglichkeit, ein von dem Nutzer selbst bestimmtes Stimmprofil anzulegen, so dass Nachrichten nicht mit einer fremd klingenden Computerstimme vorgelesen werden, sondern mit einer natürlichen und vertrauten.  Alles in allem vielleicht wenig  spektakulär. Aber vielfach wird über dem Gebrauch von Smartphone und iPad, von Facebook und Twitter vergessen, dass es ohne fachlich und persönlich ambitionierte und kostenintensive wissenschaftliche Forschung keine wirklichen Innovationen auf dem Gebiet der Informations-Technologien geben kann. Ich würde mich nicht wundern, wenn Hasso Plattner bereits jetzt ungeduldig nach einem Mark Zuckerberg unter „seinen“ Studenten Ausschau hält.

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