Partyguerilla: Markenbindung durch Sponsoring erreichen

Guerillamarketing

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Diese Situation kennt eigentlich jeder von uns: Eine Person aus dem Freundeskreis plant eine Party bei sich zu Hause und lädt alle zum Feiern ein. Mit der Einladung kommt die Bitte, doch etwas zum Trinken oder einen kleinen Snack mitzubringen. Bevor man sich als Gast also auf den Weg zu dieser Party macht, wird noch einmal schnell in den Kühl- und Vorratsschrank geschaut, was sich denn als kleines Mitbringsel eignen könnte. Das Ergebnis ist meist eine bunte Mischung aus Speisen und Getränken.

Doch dieses Sammelsurium an mitgebrachter Verpflegung gehört beinahe schon wieder der Vergangenheit an: Auch auf Privatparties findet immer öfter ein Sponsoring statt, wie man es bisher nur von größeren Events kannte. So stellen beispielsweise die Hersteller eines Getränkes dem Gastgeber etliche Flaschen zur Verfügung, als Gegenleistung werden Fotos zur Dokumentation erbeten. Mehr braucht der Gastgeber nicht zu tun und muss sich so nicht auf seine Gäste verlassen oder selbst einkaufen gehen.

Dieses Partyguerilla basiert auf dem Grundgedanken des Buzz– oder auch Empfehlungsmarketings. Das aus dem Englischen stammende Wort für summen oder auch schwirren bezieht sich auf die Wirkung von Mundpropaganda, da in einer natürlichen Umgebung über ein Produkt oder eine Marke gesprochen wird – hier z. B. auf einer Party über ein Partygetränk. Darüber hinaus wird die Empfehlung des Gastgebers von den Gästen als besonders glaubwürdig und vertrauensvoll empfunden. Für Unternehmen entsteht hier folglich eine Möglichkeit, absatzrelevante Zielgruppen auf direktem Weg zu erreichen – ohne dass traditionelle Marketingmaßnahmen genutzt werden müssen.

Es werden vielmehr Erlebnisse geschaffen, mit Hilfe derer unterbewusst eine emotionale Konditionierung der fokussierten Zielgruppen erfolgen kann. Ein Erlebnis beinhaltet oft Abenteuer oder auch einfach Dinge, die nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Verbindet man als Konsument beispielsweise eine Biermarke mit einer schönen Feier, so wählt man beim nächsten Anlass die gleiche Sorte mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit.

Auch wenn die Herangehensweise neu und revolutionär zu sein scheint, sind für eine solche Markenbindung dennoch klassische Marketinggrundlagen zu beachten. So sollte unter anderem die Definition und Analyse der anzusprechenden Zielgruppen bei der Entwicklung kommunikativer Maßnahmen mit den allgemeinen Unternehmenszielen verbunden werden. Auf diese Basis aufbauend können dann im Rahmen des Guerilla-Marketings beispielsweise Flashmobs, Street-Art-Installationen oder virale Videos entwickelt werden.

Apropos Viralität: Die Funktionalität des Web 2.0 kann auch in diesem Zusammenhang bestens genutzt werden. Neuste Erkenntnisse zeigen hier, dass nicht unbedingt prominente Testimonials die Verbreitung von Videos innerhalb der sozialen Netzwerke fördern, sondern primär Emotionalität. Mit einer kreativen, andersartigen Idee kann viel Aufmerksamkeit erzielt und ein positiver Eindruck bei den relevanten Zielgruppen hinterlassen werden. Mit verhältnismäßig wenig Budget können so dank der Vernetzungs-, Klick- und Teilfreudigkeit der User Ereignisse geschaffen werden, die für Gespräche sorgen und die für die Unternehmens- und Produkt-PR genutzt werden können. Und das Beste ist: Erfolgreiche Social Media Aktionen können thematisch sogar in die klassischen Print- und Onlinemedien  übernommen werden.

Was meinen Sie – funktioniert Partyguerilla? Kennen Sie vielleicht sogar Beispiele? Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

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