Kunden mit Product Placement erreichen

Zunehmend wird in der Werbebranche nach Alternativen zu den herkömmlichen TV-Spots gesucht. Zuschauer verlassen häufig den Raum, sobald die Werbepause während einer Fernsehsendung beginnt oder schalten auf einen anderen Kanal um. Die Wirkung von den Spots bei verschiedensten Zielgruppen lässt folglich nach, die oftmals hohen Produktionskosten rentieren sich nicht mehr.

Eine weitere Möglichkeit, um das eigene Produkt wirksam im Kino und Fernsehen darzustellen, ist das Product Placement: Hiermit werden Markennamen und Produkte als Requisite kreativ in die Handlung von Spielfilmen und Serien eingebaut. Selbst Drehbücher werden teilweise umgeschrieben, damit das jeweilige Produkt besser in Szene gesetzt werden kann. Natürlich soll diese Einbettung so geschickt gemacht sein, dass dem Kunden nicht unbedingt bewusst wird, dass an der jeweiligen Stelle im Film das Produkt genannt und gezeigt wird. Darüber hinaus wird einem Produkt über den Handlungskontext oder die involvierten Schauspieler eine bestimmte Bedeutung sowie ein individuelles Image zugeschrieben. Im neuen James Bond Film haben es zum Beispiel gleich mehrere bekannte Marken in das Drehbuch geschafft: Omega, Aston Martin, Heineken und Sony werden nun in Verbindung mit dem berühmten Geheimagenten gebracht. Die meisten Produktplatzierungen gibt es allerdings in der Serie „Sex and the City“.

Die Glaubwürdigkeit wird im Gegensatz zu den traditionellen Werbespots durch die Einbindung in die vermeintlich reale Situation erhöht. Ein weiterer Vorteil für jedes international agierende Unternehmen ist, dass durch das Product Placement in Filmen mit hoher Reichweite, das eigene Produkt global präsentiert wird. Auch negative Placements sind gang und gäbe in der werbetreibenden Industrie: Vor allem in den USA bezahlen Unternehmen dafür, dass der größte Mitbewerber schlecht dargestellt wird. Aus Unternehmenssicht ist es ebenfalls praktisch, dass sein Produkt präsentiert wird, ohne dass der Kunde sich der Werbung entzieht – wer will denn schließlich den Verlauf der eigentlichen Handlung verpassen?

Dennoch sollte man auf die rechtlichen Rahmenbedingungen achten, wenn man sein Produkt in Spielfilmen oder Serien präsentieren möchte. Beispielsweise sollte im Vor- und Abspann eines Filmes oder einer Serie auf die Produktplatzierungen hingewiesen werden sowie ein Logo mit dem entsprechenden Hinweis während der gesamten Sendung eingeblendet werden. Auch die Abgrenzung zur Schleichwerbung spielt an dieser Stelle eine wichtige Rolle.

Allgemein lässt sich sagen, dass Product Placement für die Werbeindustrie eine willkommene Gelegenheit zur Präsentation ihrer Produkte ist. Doch sollte man den Kunden tatsächlich unterbewusst so beeinflussen, dass selbst in Filmen und Serien das Markenbewusstsein angesprochen wird?

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