Risiko kontollieren: Issues Management

Issues Management

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Unternehmen bewegen sich heutzutage immer mehr in einer Risikogesellschaft. Somit wird die uns aus früheren Jahren bekannte langfristige Planung auf Grund der Beschleunigung unternehmerischer Umgebungen sowie damit einhergehendem Kontrollverlust vermehrt in Frage gestellt. Denn alleine durch die Ereignisse der letzten drei Jahre wurde eine auf viele Jahre ausgelegte strategische Unternehmensplanung aus ihren gewohnten Bahnen geworfen – die Finanzkrise, Schweinegrippe, Naturkatastrophen und Wutbürger sind nur einige Beispiele dieser Vielfalt.

Infolgedessen wird es stets relevanter mit permanenten und schockartigen Veränderungen der Umwelt zu rechnen und das eigene Unternehmen auf Flexibilität zu trimmen. Hilfreich kann es hierbei sein, diese Umweltveränderungen stets im Blick zu haben, relevante Themen zu identifizieren und so Prognosen für die Zukunft zu wagen. Issues Management kann bei diesem outside-in-thinking einen wichtigen Wettbewerbsvorteil darstellen.

Bereits in den 70er-Jahren hat der PR-Berater W. Howard Chase dieses als Managementaktivität definiert „to bring some control to the impact caused by the discontinuity of the environment“. Heute ist uns bewusster: Die Kontrolle der Themen ist schier unmöglich und wird durch eine Beeinflussung dieser ersetzt.

Auf Grund dessen wird das Unternehmensumfeld durch Issues Scanning beobachtet und Themenfelder bezüglich des eigenen Unternehmens gezielt durch Issues Monitoring verfolgt. Issues im Sinne von unternehmensrelevanten Themen der Öffentlichkeit – gleichermaßen positiv und negativ – müssen also zunächst identifiziert werden, um sie dann einer eingehenden Analyse und Interpretation zu unterziehen. Anschließend folgt die Priorisierung innerhalb der Klassifizierungen der organisationsbezogenen Kriterien, des Themenkontext, des Konkurrenzkontext und des sozialen Kontexts. Die darauf folgende Strategie hinsichtlich des Umgangs mit den Issues mündet in einer Umsetzung dieser sowie einer Evaluation aller getroffenen Maßnahmen.

Strategische Optionen stehen dem Unternehmen hierbei viele zur Verfügung. Einerseits kann reaktiv versucht werden, dass Issue möglichst schnell zu eliminieren. Aber auch adaptive Möglichkeiten bieten sich an, im Rahmen derer sich moderierend an gegenläufige Positionen genähert wird – so dass eine Eskalation vermieden wird. Auch eine abgestimmte Lösung in Interaktion mit seinen Stakeholdern zu vereinbaren ist möglich. Andererseits ist es jedoch ebenfalls denkbar, initiativ das Issue umzudefinieren bzw. ein Issue neu zu setzen.

Folglich dient das Issues Management nicht nur dazu, Krisen zu vermeiden und weitere Entwicklungen des dynamischen Unternehmensumfelds vorhersagen zu können. Zudem können öffentliche Thematisierungsprozesse aktiv mitgestaltet und diese ins interne decision making eingespeist werden.

Ein Kommentar zu “Risiko kontollieren: Issues Management

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