Social Media für die interne Kommunikation!

Interne Kommunikation

Foto: © Julien Eichinger – Fotolia.com

Neben den Digital Immigrants und Silver Surfern sind es vor allem die Mitglieder der Generation Y, die als neue Arbeitnehmer die internen Kommunikations-Gewohnheiten von Unternehmen verändern. Die Anforderungen an eine interne Kommunikation bewegen sich nach und nach in Richtung einer gewünschten Vernetzung und Virtualisierung der Kommunikationsabläufe. Auch vorhandene Bedürfnisse nach persönlicher Kommunikation und Dialog werden vermehrt von Mitarbeitern geäußert. Hier kann die Erweiterung der internen Kommunikation um Social Media-Elemente zielführend sein.

Doch bislang werden die sozialen Netzwerke überwiegend im externen Kontext genutzt, sodass eine interne Verwendung dieser als Ergänzung bzw. Ersatz der klassischen Instrumente erst in wenigen Unternehmen stattfindet – 80 Prozent der Unternehmen weisen Social Media in der internen Kommunikation eine untergeordnete Rolle zu.

Zudem werden oftmals vorhandene Denkmuster durchbrochen, indem Mitarbeiter in den Fokus der Kommunikation gerückt und diese auf Augenhöhe angesprochen werden. Kritische Zweifel bestehen darüber hinaus hinsichtlich hoher Einrichtungskosten, gesunkener Vertraulichkeit und aufwändiger Betreuung. Welche Strategie wird beispielsweise gewählt, wenn Mitarbeiter kritische Beiträge posten und gegebenenfalls einen internen Shitstorm verursachen?

Trotz dieser Skepsis bietet die Enterprise 2.0 jedoch ein hohes Potential in sich. Neben einem verbesserten Kommunikations- und Informationsfluss bieten virtuelle Teamräume und Dateiablagen Möglichkeiten des Wissensmanagements sowie Selbstorganisation, Interaktion und Vernetzung der Mitarbeiter. Auch beinhalten interne soziale Netzwerke eine Zeitersparnis, da der E-Mail-Verkehr inklusive Versionschaos von angehängten Dokumenten verringert wird. Zudem können Social Media in der internen Kommunikation im Rahmen des Issues und Themenmanagement eingesetzt werden, sodass sie das Aufspüren von Themen der Mitarbeiterschaft sowie aufkommenden Konflikten unterstützen.

Konkret kann man sich unter internen sozialen Netzwerken beispielsweise Foren zum abteilungsübergreifenden Informationsaustausch, Videoportale für Schulungen und Produkterläuterungen oder auch Wikis als Wissensaustausch und -speicher vorstellen. Communities und Blogs können darüber hinaus das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Mitarbeitern fördern.

Eine erfolgreiche Implementierung der Social Media in der internen Kommunikation wird durch eine offene Unternehmenskultur, Dialogbereitschaft der Führungsetage sowie aktive Mitarbeiter bedingt. Vormalige Top-Down wird in dialogische Bottom-Up Kommunikation transformiert, sodass sich ebenfalls Macht– und Hierarchiestrukturen sowie das Verhältnis der Mitarbeiter untereinander verändern – Wissenshoheit ist nicht mehr gegeben und Manager werden zu Moderatoren der Social Media.

Folglich werden durch den Einsatz von sozialen Netzwerken in der internen Kommunikation Offenheit, Transparenz und Vernetzung sowie Selbststeuerung und Eigenverantwortung der Mitarbeiter gefördert. Die Frage bleibt jedoch offen, wer intern für die Betreuung der Social Media verantwortlich ist bzw. in welchen unternehmerischen Bereich diese Aufgabe fällt. Zu beachten ist ebenfalls, dass eine Implementierung der Social Media auf Grund der zu verändernden Unternehmenskultur und Kommunikationsstrukturen ein langwieriger Prozess ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.