Social Media-Olympiade!

Social Media London 2012Normalerweise geht es bei den olympischen Spielen alle vier Jahre um das sportliche Kräftemessen. Die Sportler aus Nationen der ganzen Welt treten gegeneinander an, um sich in verschiedenen Disziplinen zu beweisen. Und das möglichst höher, weiter oder schneller als der stärkste Konkurrent.

Doch momentan ist in London ein weiteres Attribut hinzugekommen: sozialer. Dieses Jahr ist es bei Olympia zum Trend geworden, dass nicht nur das olympische Komitee sich in den Social Media präsentiert. Auch alle Athleten sind dazu aufgefordert, ihre Erlebnisse und (Miss)Erfolge in den sozialen Netzwerken mit ihren Fans zu teilen. So ist auch denjenigen Sportsfreunden die Möglichkeit der eher passiven Teilnahme an den Spielen gegeben, die keine Eintrittskarte in eines der Stadien besitzen.

Viele der Sportler nehmen dieses Angebot längst freudig an. Über Facebook, Twitter und Co. werden die sportlichen Triumphe ebenfalls virtuell gefeiert. Fotos beispielsweise von vollen Stadien werden hochgeladen und verschiedenste Posts werden fleißig verfasst – natürlich mit entsprechender Resonanz.

Das olympische Komitee hat sich selber hier eine Herausforderung gestellt: Auf der einen Seite fordern sie ihre Athleten aktiv dazu auf, sich in den sozialen Netzwerken über die olympischen Spiele mit anderen Usern auszutauschen. Doch andererseits befürchten sie einen herben Kontrollverlust der Medien, der durch die Nutzung der Social Media entsteht. Aus diesem Grund wurden klare Social Media Guidelines entworfen, die den Sportlern als Richtlinie für ihre eigene Kommunikation dienen sollen. Wettbewerbe an sich sollen beispielweise gar nicht erwähnt werden und wenn ein Athlet Werbung für seine eigenen Sponsoren macht, so verstößt er gegen die Guidelines. Viel lieber sind tagebuchähnliche Posts gesehen, in denen aus der eigenen Perspektive das Erlebnis Olympia für andere User greifbar wird. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird von den Spielen ausgeschlossen – eine Erfahrung die zwei Sportler bereits auf Grund von unpassenden Tweets machen durften. Alle Aktivitäten in den Social Media zu kontrollieren, maßt sich das Olympische Komitee nicht an. Dennoch möchten sie durch möglichst viele positive Beiträge die negativen in den Hintergrund rücken lassen.

Um es den Nutzern noch einfacher zu machen, hat der Veranstalter sogar eine Website aufgebaut, auf der sämtliche Social Media Aktivitäten aller Athleten zusammen laufen. Für die Aktiven von Olympia ist es wiederum eine gefundene Quelle, um sich selber erfolgreich zu vermarkten.

Leider sind unsere deutschen Hoffnungsträger in London noch nicht ganz so aktiv in den Social Media, wie es andere ihnen vormachen. Weniger als ein Drittel der deutschen Athleten nutzen die sozialen Netzwerke, um ihre Erlebnisse preis zu geben. Facebook ist dabei noch ein wenig beliebter als Twitter – hier wagen sich immerhin die Tennisspieler sowie die Taekwondo-Kämpfer heran. Dabei könnte die virtuelle Vernetzung nicht nur mehr Fans, sondern ebenfalls mehr Sponsoren einbringen. Das ist vielleicht gerade für Aktive in eher kleineren Sportarten nicht uninteressant.

Bis zu den nächsten Olympischen Spielen werden die Deutschen sich mit Sicherheit vermehrt in die sozialen Netzwerke wagen. Denn wir sind schon gespannt, was in vier Jahren alles in Brasilien passieren wird und das nicht nur sportlich!

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