Social Web macht Bürger zu Kommunikatoren!

Social Web

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Neue Medien, soziale Netzwerke und technische Ausstattung geben Bürgern eine Stimme – individuelle Meinungen werden in den Medien platziert. Der klassische Beruf des Journalisten wird dadurch radikal verändert. Es entsteht eine Hybridform aus Rezipient (Empfänger), Perzipient (der „Anvisierte“) und Produzent, die als Kommunikator der Öffentlichkeit definiert werden kann.

Diese Entwicklungen hin zum Graswurzel-Journalismus stärkt die Laienreporter und vermindert scheinbar den Einfluss der professionellen. Das bedeutet, dass die eigentliche Zielgruppe des Journalismus heute durch das Social Web selbst in der Lage ist, sich aktiv am Prozess der Aufbereitung und Veröffentlichung von Informationen zu beteiligen.

Das Angebot des klassischen Journalismus wird heute also von einem breiten Angebot des partizipativen Journalimus ergänzt. Dieses Angebot an Informationen ist auch als Konkurrenz zum klassischen Journalismus zu sehen falls er die gleichen demokratischen Funktionen erfüllt wie der klassische Journalismus – vollständig oder in Maßen.

Wenn die Öffentlichkeit nun verstärkt das Angebot des partizipativen Journalismus nutzt, um sich zu informieren, sich Sachverhalte erklären und sich unterhalten zu lassen, so kann der Journalismus seine demokratische Funktion nicht mehr erfüllen. Der partizipative Journalismus erhebt im Gegensatz zum klassischen Journalismus nicht zwangsweise einen Anspruch auf unabhängige und objektive Berichterstattung. Die Erfüllung der demokratischen Funktion wäre somit in Gefahr.

Auch für die PR spielt diese Frage eine wichtige Rolle. Die PR versucht durch Pressemitteilungen den klassischen Journalismus zu einer Berichterstattung im Sinne des Auftraggebers zu bewegen. Ziel dieser Bemühung ist eine erhöhte Reichweite und Glaubwürdigkeit der Nachricht. Dieses Ziel wird jedoch nur erreicht, wenn der klassische Journalismus auch von der Zielgruppe genutzt wird. Folglich muss sich die PR mit den genannten Fragen beschäftigen, um sicher zu sein, wer beispielsweise der Adressat einer Pressemitteilung sein muss.

Welches Publikum wird eigentlich im Allgemeinen durch den klassischen Journalismus, die PR sowie die Hybride erreicht? Wie ist diese Entwicklung zu betrachten – Rückschritt oder Fortschritt im Journalismus?

Gefährden gar die neuen Kommunikatoren – online wie offline – die Mediendemokratie? Müssen sich die PR und der Journalismus auf das Ende der klassischen Medien einstellen? Wie werden der künftige Medienwandel sowie die Zukunft der Massenmedien aussehen?

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