Sprache als Instrument der PR – philosophisch betrachtet!

Sprache als Instrument der PR

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Im Marketing und Kommunikations-Management beschäftigen wir uns jeden Tag mit ihr. Gleichzeitig Instrument sowie Möglichkeit der Dialogführung, Beeinflussung und Steuerung von Stakeholdergruppen bildet die Sprache ein unabdingbares Element der täglichen Arbeit.

Schon Anfang des 19. Jahrhunderts beschäftigte sich Wilhelm von Humboldt philosophisch mit der Sprache als Existenzgrundlage des Menschen. Über die Sprache lässt sich laut ihm erkennen, was einen Menschen wirklich ausmacht, da Sprache mit Geist durch die mögliche Reflektion gleichgesetzt werden kann. Diese identische Einheit führt dazu, dass das Verständnis eines Menschen in seiner Ganzheit nur über die Sprache als Ausdruck des Geistes ermöglicht wird. Das Verständnis eines Gesprächspartners funktioniert daran anschließend nur, wenn beide die gleiche Sprache und damit verbundener Vorstellung der Wirklichkeit verwenden.

Für Humboldt ist Sprache darüber hinaus kein Werk (Ergon), sondern eine Tätigkeit (Energeia). Dem Menschen immanent spiegelt die Sprache stets die gesamte Historie einer Nation wider. Unbewusst wird bei jedem von uns durchgeführten Sprechakt die seit Beginn der Entwicklung der Sprache einflussnehmenden historischen Geschehnisse  genutzt und reflektiert. Durch Sprache werden uns dementsprechend teilweise auch Dinge vermittelt, die wir nie selber erfahren bzw. gelernt haben. Darüber hinaus entwickelt sich ebenfalls die Sprache infolge unserer Nutzung stets weiter, sodass sie stets im Fluss, nie gänzlich finalisiert ist. Das heißt, dass die ausgesprochene Sprache bereits der Vergangenheit angehört, da eine Wiederholung der gleichen Äußerung auf Grund der bereits geschehenen Interpretation des Gesprächspartners nicht zur gleichen Wirkung führt.

Interessant ist an Humboldts Gedanken ebenfalls, dass es nicht die grundlegende Grammatik ist, die das Wesen der Sprache ausmacht. Grammatik und Co. sind lediglich Möglichkeiten, sich der Sprache zu nähern und diese zu konstruieren. Diese sind von der Sprachwissenschaft abstrahiert worden, jedoch in Sprache und ihrer Verwendung stets immanent.

Unter diesen Gesichtspunkten kann die philosophische Auseinandersetzung mit unserer Sprache zu einer differenzierten Betrachtung der Grundlage der Arbeit von Marketing- und Kommunikationsexperten führen.

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