Web 2.0 vs. klassischer Journalismus – Wer ist der Gewinner?

Web 2.0 vs. JournalismusDie digitalen Medien verändern die Welt. Und ein bisschen kann man sie vielleicht auch mit der Erfindung des Buchdrucks vergleichen. Dieser hat die damalige Welt genauso verändert, zur Aufklärung beigetragen und unsere heutigen Zivilisation und Kultur geprägt. Nur die Veränderung, die der Buchdruck herbeigeführt hat, geht gerade mit der Entwicklung der digitalen Medien noch weiter. Twitter und Facebook boomen derzeit – man kann sich die Kommunikation ohne diese beiden Medien fast gar nicht mehr vorstellen. Eine entscheidende Rolle haben sie auch bei den arabischen Revolutionen gespielt, getragen von der so genannten Facebook-Generation.

Daran erkennt man die Chancen, die in der digitalen Welt stecken. Es geht ja sogar soweit, dass ganze Systeme, die undemokratisch sind, gestürzt werden – durch starke Mithilfe der neuen technischen Möglichkeiten. Im Grunde genommen, sind die Bürger selbst fast als Journalisten im Netz tätig, übernehmen in ähnlicher Weise die Aufgabe der unabhängigen Meinungsbildung der klassischen Journalisten. Eins zu null für das Web 2.0.

Vertreiben die „Bürgerreporter“ also die klassischen Journalisten aus ihrer Position der vierten Staatsgewalt?

Um diese Frage zu klären, versuchen wir einmal die Funktion von Medien zu beleuchten. Denn eigentlich sollte jede Form von Medium Unterhaltung, Information, Kritik und einen gewissen Grad an Bildung vermitteln. Im Web 2.0 – und insbesondere in den sozialen Netzwerken – ist es oft so, dass diese Informations- und Bildungsfunktion fehlt. Und wenn nicht alle der genannten Funktionen für den User erfüllt sind, dann haben es auch die neuen Medienformen schwer.  Falls die Funktion eines Mediums zu einseitig ist, hält sich eine Plattform nicht lange. Menschen amüsieren sich eine Zeit lang mit dem Medium so auch beim Web 2.0, lassen es aber bisweilen genauso schnell wieder fallen, wenn bestimmte vorgenannte Bereiche nicht genügend abgedeckt sind, wie sie damit begonnen haben. Gleichstand – der klassische Journalismus hat aufgeholt.

Und was ist, wenn man die beiden Medien einfach im Verhältnis zueinander betrachtet? Im Grunde genommen ergänzen sich das Web 2.0 und der klassische Journalismus. Meinungen, Informationen und Kritik, die von „Bürgerreportern“ im Internet geäußert wurden, werden von Journalisten aufgenommen und in ihre Arbeit eingebunden. Doch es stellt sich natürlich auch die Frage nach der Qualität der Beiträge im Netz von Nichtprofis. Mal ehrlich: Wenn wir etwas genau wissen möchten – was dann auch noch verlässlich sein soll –  dann schauen wir nach wie vor erst in bekannten Quellen nach, die als professionell und vertrauenswürdig gelten, wie Spiegel, Tagesschau und Co nach. Das geht ja auch im Internet.

Also das heutige Fazit: Das Web 2.0 und der klassische Journalismus sind doch sehr unterschiedliche Medien – doch sie ergänzen sich durchaus und profitieren von einander.

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