Ethik & PR: Ein ungleiches Paar?

Ethik in der PR

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Nicht jeder assoziiert mit dem Berufsfeld der Public Relations immer etwas Positives, sodass Synonyme verwendet werden, die von Propaganda bis hin zu Schleichwerbung reichen. Die Imagebildung des Berufsstandes erfolgt oftmals über schwarze Schafe der Branche: PR’ler, die in ihrem kommunikativen Handeln die ethischen sowie moralischen Folgen nicht berücksichtigten. Die Eigen- und Fremdwahrnehmung betroffener Akteure driftet hier in verschiedene Richtungen auseinander.

PR’ler besitzen jedoch Verantwortung für die Konsequenzen ihres kommunikativen Handelns. Bedenkt man die Kriterien exzellenter PR, stellt Kommunikation als Managementfunktion eine relevante Organisationsfunktion innerhalb der unternehmerischen Wertschöpfung dar. So, dass immaterielle Werte als strategische Erfolgsfaktoren genutzt werden können. Infolgedessen trägt ein Kommunikationsmanager entsprechende Verantwortung innerhalb und außerhalb des Unternehmens – gerade weil dieser im Dialog Beziehungen zur unternehmerischen Umwelt herstellt und pflegt. Und auch die Unternehmenskultur und Selbstverständnis bedingt das ethische Handeln eines jeden Einzelnen.

Doch ist es möglich, ein komplexes Berufsfeld, wie das der PR, statischen Regeln zu unterwerfen? Anhand welcher Kriterien lässt sich sittliches Verhalten im Rahmen der eigenen Arbeit messen und bewerten?

In Österreich etablieren die Branchenverbände PRVA und PR Quality Austria derzeit ein PR-Gütezeichen, welches im Rahmen von Zertifizierungsmaßnahmen verliehen wird. Ziel hierbei ist es, die Einhaltung ethischer Richtlinien zu optimieren. Folglich soll die Qualität der Kommunikationsarbeit gesteigert und die objektive Beurteilung seriöser, hochwertiger Anbieter der Branche vereinfacht werden.

Der Berufsethos in Deutschland wird hauptsächlich durch freiwillige Selbstverpflichtungen verkörpert: Der Code de Lisbonne, Code D’Athénes, der Deutsche Kommunikationskodex sowie die Sieben Selbstverpflichtungen halten jeden PR’ler dazu an, das kommunikative Handeln entlang der aufgeführten Artikel auszurichten. Und auch die eigene Motivation eines jeden Einzelnen, sich entlang der Rahmenrichtlinien in seinem (PR-)Handeln zu verhalten, ist nicht zu verachten. Denn das eigene (schlechte) Gewissen sowie die Reflektion der eingestandenen Fehler bewirkt oftmals die Orientierung an gesellschaftlichen Werten und Normen.

Reicht es dennoch aus, in Form von Rügen im Rahmen der Selbstverpflichtungen bei Fehlverhalten zu sanktionieren? Ist es auch in Deutschland von Nöten, neben den vorhandenden Kodizes ein Gütezeichen für die Qualität geleisteter Kommunikationsarbeit einzuführen?

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