PR-Nachwuchs: Eine Branche im Wandel?

PR-Nachwuchs

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Fürsprecher und Gegner sprechen sich seit vergangenem Jahr in der Debatte rund um die Nachwuchskräfte der Kommunikation aus, hitzige Diskussionen werden insbesondere hinsichtlich der fachlichen Kompetenz und monetären Entlohnung der PR-Berater von morgen geführt.

In diesem Zusammenhang lohnt es sich, einen Blick auf die Hintergründe der Debatte zu werfen. Zunächst findet man eine Branche vor, die trotz diversen Veränderungen in den letzten Jahren – beispielsweise durch die Digitalisierung – einer stetigen Professionalisierung unterliegt.

Von Kunden gestellte Anforderungen wie ganzheitliche Lösungen sowie das Verstehen komplexer Zusammenhänge werden von PR-Beratern erfolgreich gemeistert. Daran anschließend strebt auch die Ausbildung künftiger Kommunikationsexperten ein fachspezifisches Optimum an. In der gesamten Bundesrepublik werden Studierende in 311 kommunikationsbezogenen Studiengängen mit Fähigkeiten ausgestattet, die sie in ihrem späteren Berufsleben nutzen können. Nicht nur die Vielfalt des fachlichen Wissens sondern auch ein leicht übersättigter Arbeitsmarkt nimmt in der Kommunikationsbranche zu.

Im Recruiting der Nachwuchskräfte haben insbesondere Agenturen mit Klischees zu kämpfen: Schlechte Bezahlung und viele Überstunden sind hier klassische Beispiele – gerade die Generation Y gilt als anspruchsvoll. Unterliegen Agenturen infolgedessen einem Nachwuchsproblem?

Zudem zweifeln kritische Stimmen an dem PR-Nachwuchs und dessen Fähigkeiten. Die (akademische) Ausbildung wird hierbei hinsichtlich ihrer fachlichen Qualifizierung sowie Vermittlung von relevanten Soft Skills bezüglich der derzeitigen Entwicklungen der Branche angezweifelt. Erste Anforderungskataloge zur Orientierung für Ausbilder werden bereits erarbeitet.

Doch werden künftige PR-Berater den dargestellten Anforderungen in Bezug auf ihre Ausbildung tatsächlich nicht gerecht? Reicht es wirklich nicht aus, als junger Berufseinsteiger einen in Regelstudienzeit erreichten sehr guten akademischen Abschluss, diverse fachbezogene Praktika, Werkstudententätigkeiten, Auslandserfahrungen sowie ehrenamtliche Tätigkeiten vorzuweisen?

Ist es den Kritikern auch nicht bewusst, dass viele der Ausbildungen bereits in Theorie und Praxis eng miteinander verflochten sind und die vormals on-the-job getätigten Erfahrungen, wie die Erstellung von strategischen Kommunikationskonzepten für reale Kunden und Pitch-Erfahrungen, zum Standard vieler Studiengänge gehört?

Es wird deutlich: Im Nachwuchs der Kommunikationsbranche steckt eine Menge Potential, dass nicht nur Agenturen für sich nutzen können. Auch Unternehmen können junge Bewerber zusätzlich in ihrer persönlichen Weiterentwicklung und -bildung unterstützen. Denn liegt der Grundstein der Nachwuchsdebatte nicht vielmehr in fehlenden einheitlichen Qualitätsstandards der Branche?

Was meinen Sie? Welchen Herausforderungen unterliegt die Kommunikationsbranche hinsichtlich des Nachwuchses?

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