Eure Website sieht aus wie aus dem letzten Jahrzehnt, lädt ewig oder zeigt auf dem Handy nur noch Chaos? Dann wird es Zeit für einen Relaunch. Das klingt erstmal nach einem riesigen Projekt, das nur große Unternehmen mit dicken Budgets stemmen können. Muss es aber nicht sein. Mit der richtigen Vorbereitung und ein wenig Struktur bekommt ihr das auch als kleines oder mittelständisches Unternehmen gut hin. Wir zeigen euch, worauf es wirklich ankommt.
Ziele definieren
Der häufigste Fehler bei einem Relaunch ist es, einfach drauflos zu gestalten, weil die alte Seite eben „irgendwie alt aussieht“. Fragt euch stattdessen zuerst: Was soll die neue Website eigentlich leisten? Mehr Anfragen über das Kontaktformular? Eine bessere Performance auf dem Smartphone? Ein Design, das endlich zu eurer Marke passt? Oder schlicht eine Seite, die nicht mehr aus allen Nähten platzt, weil sie über die Jahre mit Unterseiten vollgestopft wurde?
Ohne klares Ziel verliert ihr euch schnell in Detailfragen wie der Schriftfarbe im Footer, während die eigentlichen Probleme unangetastet bleiben. Setzt euch am besten mit dem ganzen Team zusammen und haltet eure Prioritäten schriftlich fest. Das hilft später auch, wenn eine Agentur oder Freelancer mit ins Boot kommt, denn dann wisst ihr genau, was ihr eigentlich wollt.
SEO für Sichtbarkeit optimieren
Ein Punkt, der bei kleinen bis mittelgroßen Unternehmen gerne untergeht: eure bestehenden Rankings. Viele Unternehmen bauen eine komplett neue Seite, ohne sich Gedanken über die alten URLs zu machen. Das Ergebnis? Google kennt die neuen Adressen nicht, die alten funktionieren nicht mehr und über Nacht verschwindet ihr aus den Suchergebnissen, in denen ihr euch über Jahre hochgearbeitet habt.
Dokumentiert deshalb vor dem Relaunch alle bestehenden URLs und plant für jede eine Weiterleitung auf die passende neue Seite. Sichert außerdem eure Meta-Titel und Beschreibungen, falls diese gut funktioniert haben. Ein Blick in die Google Search Console zeigt euch zudem, welche Unterseiten aktuell die meisten Besucher*innen bringen. Genau die solltet ihr beim Relaunch besonders sorgfältig behandeln.
Was bleibt, was fliegt raus?
Eine gute Gelegenheit für den Relaunch ist auch ein ehrlicher Blick auf eure Inhalte. Viele Websites wachsen über Jahre und sammeln dabei Unterseiten an, die kaum noch jemand liest oder die fachlich längst veraltet sind. Geht eure Seiten durch und stellt euch bei jeder die Frage: Ist das noch relevant? Bringt es unseren Besucher*innen etwas? Oder existiert es nur, weil es schon immer da war?
Manche Inhalte könnt ihr zusammenlegen, andere müsst ihr komplett neu schreiben, wieder andere könnt ihr getrost löschen. Nutzt die Chance auch, um eure Texte SEO-freundlicher zu gestalten. Klare Überschriften, verständliche Sprache und Antworten auf die Fragen, die eure Zielgruppe tatsächlich stellt, bringen euch langfristig mehr als eine Textwüste voller Fachbegriffe.

Technische Basics
Neben Design und Inhalt entscheidet vor allem die Technik darüber, ob eure neue Website gut performt. Die Ladezeit ist dabei einer der wichtigsten Faktoren, sowohl für eure Besucher*innen als auch für Google. Eine Seite, die mehrere Sekunden zum Laden braucht, verliert Nutzer*innen, bevor diese überhaupt etwas gesehen haben.
Achtet außerdem auf eine Mobile-First-Gestaltung. Die meisten Besucher*innen kommen heute über ihr Smartphone, entsprechend sollte die mobile Version nicht einfach eine geschrumpfte Desktop-Seite sein, sondern von Anfang an mitgedacht werden. Dazu kommen Themen wie ein gültiges SSL-Zertifikat, DSGVO-konforme Formulare und Cookie-Banner sowie ein Mindestmaß an Barrierefreiheit, damit auch Menschen mit Einschränkungen eure Seite problemlos nutzen können.
Testphase
Bevor die neue Website live geht, braucht es eine gründliche Testphase. Am besten läuft die neue Seite erstmal auf einer Staging-Umgebung, die nicht öffentlich zugänglich ist. Dort testet ihr in Ruhe alle Funktionen durch. Funktionieren die Kontaktformulare? Werden Anfragen tatsächlich zugestellt? Sehen die Seiten auch auf verschiedenen Browsern und Geräten vernünftig aus?
Ein Tipp aus der Praxis: Bittet Kolleg*innen oder Freunde, die mit dem Projekt bisher nichts zu tun hatten, sich die Seite einmal frisch anzuschauen. Wer wochenlang an einer Website gearbeitet hat, übersieht Fehler oder unklare Formulierungen, einfach weil man selbst schon alles kennt. Ein unvoreingenommener Blick von außen findet meist genau die Stolpersteine, die euch entgehen.
Der Tag X: Go-live-Checkliste
Am Launch-Tag selbst kommt es auf ein paar Dinge an, die schnell vergessen werden. Sind eure Tracking-Tools wie Google Analytics korrekt eingebunden? Habt ihr die neue Sitemap bei Google eingereicht? Funktionieren alle Weiterleitungen wie geplant? Und ganz wichtig, auch wenn es banal klingt: Ist die Seite tatsächlich für Suchmaschinen sichtbar, oder blockiert noch eine Einstellung aus der Testphase die Indexierung?
Am besten geht ihr die Checkliste am Morgen des Launches nochmal gemeinsam durch, bevor ihr den Schalter umlegt. Das kostet zwar Nerven, erspart euch aber böse Überraschungen am nächsten Tag.

Nach dem Launch ist vor der Optimierung!
Ein Relaunch ist selten in einem Rutsch perfekt. Beobachtet in den ersten Wochen genau, wie sich eure Rankings entwickeln, wie sich Nutzer auf der Seite bewegen und wo es eventuell noch hakt. Holt euch auch aktiv Feedback von Kund*innen oder Kolleg*innen ein. Oft fallen erst im echten Betrieb Kleinigkeiten auf, die in der Testphase untergegangen sind.
Ein Website Relaunch ist am Ende kein einmaliges Projekt, sondern der Startpunkt für eine neue Internetpräsenz, die mit euch mitwächst. Mit dieser Checkliste seid ihr für die wichtigsten Stolperfallen gewappnet und könnt den Relaunch angehen, ohne dabei den Überblick zu verlieren.
Checkliste: Website Relaunch in 8 Schritten
- Ziele klar definieren (mehr Anfragen, besseres Design, bessere Performance?)
- Alte URLs dokumentieren und Weiterleitungen planen
- Meta-Titel und Beschreibungen sichern
- Content-Audit: behalten, überarbeiten, löschen
- Ladezeit, Mobile-First, SSL und DSGVO im Blick behalten
- Auf einer Staging-Umgebung gründlich testen
- Am Launch-Tag Tracking, Sitemap und Weiterleitungen prüfen
- Nach dem Go-live Rankings und Nutzerverhalten beobachten
Und falls ihr gerade selbst über einen Relaunch nachdenkt und euch die Sache mit Checkliste, Umsetzung oder Strategie dahinter etwas zu viel wird: Meldet euch einfach bei uns. Wir begleiten euch gerne durch den ganzen Prozess, von der ersten Idee bis zum fertigen Go-live.



